Teilnehmer am Tempus Projekt "CuQ"Pressekonferenz zum Projektabschluss an der Universität PassauArbeitsfelder, Produkte und ErgebnisseCurriculum1. Internationale Fachtagung des TEMPUS IV-Projektes "Crossmedia und Qualitätsjournalismus“
Crossmedia und Qualitätsjournalismus

Kernelement ist die Sicherung und Stärkung der Employability der Absolventen sowie die Zukunftsfähigkeit der universitären Journalistenausbildung. Dies soll erreicht werden durch Know-How- und Technologie-Transfer moderner Medientechnologien, -didatik und curricularer Erfordernisse angesichts des Medienwandels und seiner Auswirkungen auf den journalistischen Berufsstand.

Das Selbstverständnis des Projektes und seiner Teilnehmer ist es dabei in der Ukrainekrise und deren Propaganda Pressefreiheit und Unabhängigkeit zu stärken. 

Projektvision

„Crossmedia und Qualitätsjournalismus“

Medienwelt und Öffentlichkeit befinden sich in einer radikalen Umbruchsphase. Es verschwinden die Grenzen zwischen Journalismus und Publikum. Es verschwinden die Grenzen zwischen Zeitung, Zeitschrift, TV und Internet. Längst ist die Digitalisierung der technischen Sphäre entwachsen und schickt sich an das traditionelle Bild von Öffentlichkeit zu verändern. In der Informationsgesellschaft beansprucht der Bürger via Social Media mit Blogs, Facebooks, Foren und Twitterkanälen „fünfte Gewalt“ zu sein; ein weiterer Akteur bei der Herstellung von Öffentlichkeit. Journalismus als „vierter Gewalt“ erwächst Konkurrenz. Für die vernetzten Gesellschaften von Morgen tritt dabei mehr denn je die Frage der Qualität von Inhalten in den Vordergrund.

Die Digitalisierung stellt das journalistische Berufsbild in Frage. Eine neue Berufswirklichkeit entsteht: Journalisten müssen heute bei gestiegenen organisatorischen, wirtschaftlichen und technischen Anforderungen durch ihre Qualifikationen und Kompetenzen der Medienwirklichkeit Rechnung tragen. Sie sind Zeitungsreporter, TV-Producer und Online-Moderator in einer Person: Reporter schreiben einen Bericht für ihre Zeitung, drehen beim Termin vor Ort für das verlagseigene Fernsehen ein kurzes Video und formulieren einen Kommentar für den Webauftritt, der von den Nutzern online kommentiert, in deren eigenen Blogs weiterverarbeitet wird.

Die Zukunft des Journalismus ist crossmedial. Texte, Fotos, Audios und Videos sind miteinander vernetzt, über Mediengrenzen hinweg publiziert. Professionalität ist dabei wichtiger denn je, weil das übergeordnete Ziel, ein durch professionelle Kommunikatoren verwirklichter Qualitätsjournalismus, der den normativen Prinzipien von Objektivität, Ausgewogenheit, Transparenz und Genauigkeit verpflichtet ist, sich gegen konkurrierende neue Akteure bei der Herstellung von Öffentlichkeit im Internet durchsetzen muss.

Dies ist das zentrale Problem des Journalismus in der Gegenwart: Er muss sich sowohl in wirtschaftlicher als auch in inhaltlicher Sicht behaupten, um seine demokratietheoretisch wichtige Aufgabe als Vermittler, Kritiker und Kontrolleur wahrnehmen zu können. Wo jede erdenkliche Information jederzeit und überall zur Verfügung steht, war „Gatekeeping“, die Auswahl von Nachrichten, gestern. Wo alles jederzeit und überall zur Verfügung steht, ist „Gatewatching“, die qualitative Beobachtung, Bewertung, Analyse und Herstellung von Nachrichten, morgen. Kurz gesagt: Nur Professionalität sichert dem Journalismus von morgen seine Existenzberechtigung. Nur eine professionell orientierte Ausbildung sichert Absolventen ein erfolgreiches Bestehen auf dem journalistischen Arbeitsmarkt.

Insofern sind Maßnahmen zu ergreifen, die helfen die Employability der Universitätsabsolventen zu sichern. Insofern müssen die universitären journalistischen Lehrangebote innovativ modernisiert werden. Insofern müssen sich die Fachstudiengänge wie ihr massenkommunikatives Sujet vernetzen.

Das Verschmelzen von Medieninhalten auf digitalen Plattformen wird künftig die konkurrenzlose Strategie der Verlage, Sender und Medienunternehmen sein. Crossmedia ist ein unumkehrbarer Trend. Managementfähigkeiten und technische wie ökonomische Schlüsselqualifikationen sind damit erstmals in der Geschichte des Berufsstandes so wichtig wie die inhaltlichen Kompetenzen selbst. Um zu überleben, müssen sich Journalistikstudiengänge auf die Vermittlung derartiger berufsqualifizierender Kompetenzen und Wissensbestände konzentrieren.

Die Kommunikationswissenschaft ist dabei die Fachdisziplin, die sich in ihrer Anwendungsform, der Journalistik, mit der universitären Journalistenausbildung beschäftigt. Sie ist durch die Verzahnung von Sach-, Fach-, und Reflexionswissen und journalistischer Praxis in der Lage, die Voraussetzungen für ein funktionierendes Journalismussystem weiterhin zu garantieren. Die vordringliche Leistung der Kommunikationswissenschaft in der universitären Ausbildung ist es, durch abgesicherte Curricula in die Gesellschaft hinein zu wirken. Ein solchermaßen generierter Qualitätsjournalismus, der sich durch wissenschaftliche Präzision und Seriosität auszeichnet, ist der Garant für die Vermittlung wissenschaftlichen Wissens in die Gesellschaft und dient damit der Entwicklung und Absicherung der künftigen, über Grenzen hinweg operierenden, Informationsgesellschaft.

Durch die Ausbildung internationalisierter journalistischer Curricula, die den Anforderungen der Informationsgesellschaft mit ihrem inhärenten Strukturwandel Rechnung trägt, ist die Fortentwicklung eines Mitwirkens für eine wissensbasierte, transparente und demokratiefördernde Öffentlichkeit im Sinne der Lissabon-Strategie der Europäischen Union gewährleistet. Insofern kann das Projekt einen wesentlichen Beitrag zu der Frage leisten, wie durch wissenschaftliche Lehrangebote eine künftige Austauschbeziehung zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Gesellschaft  realisiert werden kann. Mehr noch kann ein europäisches Lehrangebot bei Berücksichtigung interkultureller Unterschiede in der Journalistik eine Fokusverschiebung hin zu einer Grenzen überschreitenden, mithin gesamteuropäischen Wahrnehmung in Gang setzen. Diese Art der Politik-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Wissenschaftskommunikation bedeutet einen Transfer der forschungsgestützten Lehre in die Gesellschaften Europas. Wissen stiften heißt in diesem Zusammenhang schlicht und ergreifend Zukunft stiften.